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    Baumart mit Zukunft? Esche ist Baum des Jahres 2027

    eingestellt: 04.11.2026

    Esche PM hochformat komp Foto.L.Heinz

    Die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) wurde nach 2001 zum zweiten Mal zum Baum des Jahres gewählt. Diese heimische Laubbaumart prägt insbesondere Auwälder und andere Waldlebensräume.
    Seit einigen Jahren bedroht jedoch das Eschentriebsterben, eine gefährliche Pilzerkrankung, die Zukunft dieser wertvollen Baumart.
    Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und das Bayerische Amt für Waldgenetik (AWG) beschäftigen sich seit vielen Jahren intensiv mit dieser Krankheit und unterstützen die forstliche Praxis mit Forschung, Monitoring, Beratung und Fachinformationen.

    Besonders wertvoll in Auwäldern
    Die Esche kann 30 bis 40 Meter hoch und bis zu 300 Jahre alt werden. Zumeist wächst sie auf gut nährstoff- und wasserversorgten Böden. Mit ihrem leicht zersetzbaren Laub fördert sie die Nährstoffkreisläufe im Wald und trägt zur biologischen Vielfalt bei.
    Auf Kalkstandorten kann die Esche auch Trockenheit ertragen. Eine bestimmende Rolle spielt die Esche jedoch in vielen Auwäldern, wo sie mit ihrem kräftigen Wurzelsystem auch Bach- und Flussufer stabilisieren kann.
    Gerade auf diesen besonderen Standorten ist die Esche ökologisch und forstlich nur schwer zu ersetzen. Andere heimische Baumarten können ihre Funktionen nicht ohne Weiteres vollständig übernehmen.

    „Die Esche ist eine der ökologisch und forstlich wichtigsten Laubbaumarten Mitteleuropas“, betont LWF-Präsident Dr. Peter Pröbstle.
    „Auch im Klimawandel besitzt sie interessante Eigenschaften, doch durch einen vom Menschen eingeschleppten Pilz ist diese Hoffnungsträgerin massiv gefährdet. Die Wahl zum Baum des Jahres lenkt daher zu Recht den Blick auf diesen faszinierenden Laubbaum.“

    Durch das Eschentriebsterben bayernweit gefährdet
    Das Eschentriebsterben wurde 2008 erstmals in Bayern nachgewiesen. Verursacht wird die Krankheit durch einen aus Asien eingeschleppten Pilz. Mittlerweile geht die LWF davon aus, dass nahezu jede Esche in Bayern mit dem Erreger infiziert ist.
    Der Pilz lässt Triebe und Kronenteile absterben und schwächt die Bäume über Jahre. Zusätzliche Pilzinfektionen im Wurzelbereich können betroffene Eschen weiter destabilisieren. Das erschwert auch die Verkehrssicherung entlang von Straßen und Wegen.

    Nach den Ergebnissen der vierten Bundeswaldinventur hat die Esche in Bayern innerhalb von zehn Jahren rund 14.000 Hektar Standflächenanteil verloren – hauptsächlich bedingt durch das Eschentriebsterben. Bis heute konnten keine vollständig pilzresistenten Eschen nachgewiesen werden.
    Hoffnung macht jedoch ein kleiner Anteil von Bäumen, die den Pilzbefall offensichtlich besser tolerieren. Diese Toleranz ist zumindest teilweise genetisch bedingt und kann weitervererbt werden. Positiv stimmt auch, dass sich die Esche dort, wo sie noch vorkommt, weiterhin natürlich verjüngt.

    Esche weiterhin im Fokus bayerischer Forschungseinrichtungen
    Aktuell untersuchen die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und das Amt für Waldgenetik die Anfälligkeit verschiedener Eschenarten gegenüber dem Eschentriebsterben.
    Daneben setzt die forstliche Praxis darauf, besonders vitale Alteschen zu erhalten, Naturverjüngung zu fördern und die genetische Vielfalt der Baumart zu bewahren.

    Anlässlich der Wahl zum Baum des Jahres wird die LWF das Wissen rund um die Esche bündeln und gemeinsam mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) im Juli 2027 eine Tagung durchführen.
    Zudem soll ein neuer Band der Schriftenreihe „LWF Wissen“ aktuelle Erkenntnisse zur Esche zusammenführen.

    Weitere Informationen finden Sie unter Protected link to eschentriebsterben.org und im LWF-Forstcast (Protected link to waldwissen.net) „Stirbt die Esche in Bayern aus?“ mit Waldschutzexpertin Susanne Ritter.

    Pressemitteilung LWF vom 04.11.2026

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